Der Verein

Am 02. Juni 2021 haben wir aus dem Projekt heraus offiziell einen Verein gegründet, der zeitnah auch in das Vereinsregister eingetragen wird. 

Ursprung des Projektes

Ursprünglich waren wir sechs Studierende der Ruhr-Universität Bochum, die sich im Frühling 2019 für ein studentisches Initiativprojekt zusammengetan haben. Wir studieren alle Geschichte, sind an der Bochumer Lokalgeschichte interessiert und haben es uns zum Ziel gesetzt, die vielseitige Erinnerungslandschaft in Bochum an den Nationalsozialismus zusammenzutragen, übersichtlich zu organisieren und für eine breite Öffentlichkeit zugänglich zu präsentieren – darunter auch viele Orte die als physischer Erinnerungsort zwar nicht existieren, aber trotzdem ein wichtiger Bestandteil der erinnerungskulturellen Landschaft sind.
Die Ergebnisse unserer Recherchen, Darstellungen sowie Literatur- und Quellensammlungen sind auf dieser Website veröffentlicht und bilden einen Fundus ab, den wir zum Teil aus schon bestehenden Darstellungen zusammengetragen, aber auch durch vielfache eigenen Recherchen ergänzt haben.

Unsere Arbeit ist damit aber nicht abgeschlossen – die hier aufgeführten Materialien werden ständig ergänzt, ausgearbeitet und aktualisiert. Wir sind selbstverständlich offen für Anmerkungen und Verbesserungen, die in unserer Karte oder unseren Darstellungen noch fehlen oder verbessert werden müssen.

Gefördert wurde unser Initiativprojekt 2019-2021 von inSTUDIES unter der Leitung von Dr. Andrea Koch-Thiele.

Unser Ziel:

Das Wiedererstarken des Antisemitismus ist ein besorgniserregendes, deutschlandweit zu beobachtendes, Phänomen, welches auch vor unserer Haustür, hier im Ruhrgebiet, stattfindet: Die Bochumer Stadt- und Studierendenzeitung berichtete im Februar 2019 über den „wiedererwachenden Antisemitismus“; im März 2019 berichteten jüdische Gemeindemitglieder in der WAZ über antisemitische Vorfälle in Bochum. Das Attentat von Halle im Oktober 2019 zeigt auf, wie schnell auf Worte Taten folgen können. Aber auch die jüngsten Ereignisse, die sogenannten „Corona Demos“, und die in diesem Zusammenhang verbreiteten Verschwörungstheorien haben nur allzu oft eine antisemitische Grundtendenz. Solchen Entwicklungen wollen wir mit unserem Projekt entgegenwirken, indem wir die Erinnerungskultur in Bochum an die Zeit des Nationalsozialismus sichtbarer machen.   Kern unseres Projektes ist zum einen eine interaktive Karte, auf der Erinnerungsorte und -stätten verzeichnet und mit kurzen Infotexten versehen sind. Ferner bieten wir über die App Biparcours Führungen mit thematischen Schwerpunkten an, die besonders auch für Schüler*innen geeignet sind; sämtliche Führungen stehen darüberhinaus auch als PDF-Dateien unter dem Menüpunkt „Führungen“ zum Download bereit. Die Sammlung von Literatur und Quellen umfasst zahlreiche lokalhistorische Monographien und Sammelbände, sowie Zeitzeug*innenberichte, die sich schwerpunktmäßig auf die Jahre 1933 bis 1945 beziehen.

Wie der Name unseres Projektes „Lernen durch Erinnern“ schon andeutet, geht es uns vor allem auch darum, Lernprozesse anzustoßen und voranzutreiben. Wir haben deshalb einen Teil der Website ausschließlich dem Thema „Didaktisierung“ gewidmet. Denn Geschichtsbewusstsein ist ein zentraler Aspekt von Erinnerungskultur und somit von historischem Lernen, und kann am besten im Geschichtsunterricht an den weiterführenden Schulen vermittelt werden. Die didaktische Relevanz außerschulischer Lernorte und ihr Nutzen für den Geschichtsunterricht werden dort ausführlich dargestellt. Darüberhinaus ist der Einbezug von lokalhistorischen Quellen und Orten gerade in Hinblick auf den Lebens- und Gegenwartsbezug im Geschichtsunterricht spannend und fruchtbar. Durch unser Projekt stellen wir Geschichtslehrenden an Schulen in Bochum und Umgebung Unterrichtsideen und  -material zur Verfügung. Schüler*innen sollen durch solche Zugänge lernen und verstehen, dass der Holocaust, sowie die Verfolgung politisch Andersdenkender und Menschen mit Behinderung kein abstraktes Ereignis ist, was weit weg in den Konzentrationslagern in Osteuropa stattgefunden hat, sondern etwas ist, das direkt vor ihrer und unserer Haustür begonnen hat.      

An wen soll erinnert werden?

Ganz allgemein gesprochen, erinnern die in der Karte verzeichneten Orte an Opfer des NS- Regimes. Viele der Gebäude die in unserer Karte erwähnt sind, wurden im „Dritten Reich“ den eigentlichen Besitzer*innen entwendet, „arisiert“ und zweckentfremdet. Das trifft vorrangig auf den Besitz von jüdischen Eigentümer*innen zu. Aber auch an politisch Verfolgte und Widerstandskämpfer*innen wird in der Karte erinnert. Da unser Projekt noch nicht abgeschlossen ist, werden in Zukunft noch weitere Personengruppen berücksichtigt, und neue Orte in die Karte aufgenommen werden.