An der Nelson-Mandela-Schule fanden die Projektwochen „Unsere Heimat, unsere Liebe“ vom 12. Juni bis zum 2. Juli statt. Dabei handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Nelson-Mandela-Schule, des Vereins “Lernen durch Erinnern e.V.”, “Gegen Vergessen –
Für Demokratie e.V.” sowie des Fanprojekt Bochum.

Die zunehmende Wahrnehmung gezielter Desinformation sowie der Präsenz antisemitischer Narrative im Rahmen von Verschwörungstheorien und aktuellen Diskursen erhöhen die Bedeutung politischer Bildung in schulischen wie außerschulischen Kontexten.

Die Projektwoche „Unsere Heimat, unsere Liebe“ an der Nelson-Mandela-Schule stellt ein innovatives Format eines Gemeinschaftsprojekts lokaler Netzwerkpartner*innen im Rahmen antisemitismuskritischer Bildungsarbeit dar. In drei Schulwochen werden Schüler*innen zu refl ektiertem Geschichtsbewusstsein befähigt. Sie erhalten die Möglichkeit, kontrovers über aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen zu diskutieren und kritische Haltungen gegenüber Fake News und Hate Speech zu entwickeln. Am 12. Juni wird die Ausstellung „Unsere Heimat, unsere Liebe“ des Fanprojekt Bochum sowie der AG “1938 nur damit es jeder weiß” durch die Landtagsabgeordnete Carina Gödecke eröffnet.

Die Ausstellung thematisiert die NS-Vergangenheit der Stadt Bochum, die Gründung
des VfL Bochum 1848 sowie die Geschichte des letzten Fußballmeisters im jüdischen Verbund, Schild Bochum. Mitarbeitende des Fanprojekts leiten im Rahmen eines Workshops im Vorfeld der Eröffnung Schüler*innen zur Führung durch die Ausstellung an. Die so ausgebildeten Multiplikator*innen werden Carina Gödecke und Pressevertreter*innen die Ausstellung präsentieren.

Digitaler Stadtrundgang

In der zweiten Projektwoche werden die Schüler*innen gemeinsam mit Projektkoordinatoren von ” Lernen durch Erinnern” einen digitalen Stadtrundgang zu historischen Orten im Bochumer
Osten, insbesondere im Stadtteil Langendreer, entwickeln. Dieser Rundgang wird auf der Plattform https://lernendurcherinnern.ruhr-uni-bochum.de/, auf der Historiker*innen und Pädagog*innen der Ruhr-Universität Bochum mehr als 500 Bochumer Erinnerungsorte vorstellen, zum Download zur Verfügung gestellt. Der Verein “Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.” setzt sich für die Stärkung der Demokratie in Deutschland ein. Bildungsreferent*innen des Vereins werden mit den Schüler*innen der Nelson Mandela-Schule „DAS ARGUTRAINING #WIeDER_SPRECHEN FÜR DEMOKRATIE“ durchführen.

Widersprechen und wieder ins Gespräch kommen

Durch dieses Training wird eine demokratische Kommunikationskultur gefördert. Teilnehmende lernen, wie man sich in alltäglichen Situationen, in denen uns herabsetzende und ausgrenzende Äußerungen begegnen, verhalten kann. Sie üben Grenzen aufzuzeigen, zu widersprechen und mit anderen wieder ins Gespräch zu kommen. Am 30. Juni und am 1. Juli findet auf dem Gelände der Nelson-Mandela-Schule im Rahmen des „Stadtwerke Streetsoccer“ das erste Erich-Gottschalk- Turnier auf der mobilen Straßenfußballanlage des Fanprojekts statt. Erich Gottschalk war der Kapitän der jüdischen Fußballmannschaft Schild Bochum, die am 26. Juni 1938 Fußballmeister wurde. Jedes Jahr um den 26. Juni soll an einer ausgewählten Bochumer Schule das Erich- Gottschalk-Turnier ausgetragen werden.

Bochumer Schulen, die Interesse an der Durchführung der Projektwochen im kommenden Schuljahr 2021/2022 haben, können Kontakt zum Fanprojekt Bochum (post@fanprojekt-bochum.de oder www.fanprojekt-bochum.de) aufnehmen.

Redaktion
Florian Kovatsch/ Fanprojekt Bochum
E-Mail: f.kovatsch@fanprojekt-bochum.de